24.03.2026
Auf sich selbst achten bei hormonellen Veränderungen: Ganzheitliche Ansätze für Gesundheit und Lebensqualität
GesundheitSelbsthilfe
Neben den medizinischen Referaten lieferte auch die Selbsthilfegruppe „Feuerfrauen Tirol“ einen zentralen Beitrag. Die Gruppe aus Nordtirol umfasst aktuell 15 bis 20 Teilnehmerinnen. Viele von ihnen berichten von langen „Ärztemarathons“, ohne klare Diagnose, da die Symptome häufig nicht eindeutig zugeordnet werden. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, „Brain Fog“, Gewichtszunahme, Gelenksbeschwerden, Hitzewallungen sowie urogenitale Probleme und allgemeine Trockenheit. Auch die Auswirkungen auf Arbeitsfähigkeit, Alltag und finanzielle Situation wurden von Christine Fink-Gürtler, Dipl. Hebamme BSc (Bachelor of Science), und Christine Pall, Diätologin thematisiert.
Die beiden Vertreterinnen der Selbsthilfegruppe machten deutlich, dass gerade der Austausch sehr wichtig ist: Er liefert Orientierung, reduziert Isolation und ermöglicht Zugang zu verlässlichen Informationen. Gleichzeitig wurde auf strukturelle Probleme hingewiesen: So werde eine Hormonersatztherapie (HET) häufig aus Unwissen oder aufgrund von Fehlinformationen abgelehnt. Parallel dazu gebe es statistisch belegt eine zu hohe Verschreibung von Antidepressiva bei Frauen in dieser Lebensphase. Die Gruppe setzt hier bewusst auf Aufklärung und Eigenverantwortung. Ihr Ansatz kombiniert fachübergreifende Behandlung mit langfristiger Begleitung. Trotz der Schwere der Themen bleibt auch Raum für Leichtigkeit – „Wir lachen auch viel“, betonten die Gruppensprecherinnen.
Im weiteren Verlauf der Tagung unterstrichen medizinische Fachpersonen wie Dr. Martin Steinkasserer, Primar der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Krankenhauses Bozen, die Vielzahl an verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten und plädierten für individualisierte Therapien. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit betont, bestehende Angebote besser zugänglich zu machen und stärker zu vernetzen.
Patrizia Balzamà vom Wirtschaftsverband CNA Impresa Donna verwies auf eine strukturelle Lücke: „Frauen in dieser Lebensphase benötigten gezielte Unterstützung auch im beruflichen Kontext durch betriebliche Sozial- und Fürsorgemaßnahmen“, hielt sie fest.
Die Veranstaltung zeigte klar, dass ein integrativer Ansatz – medizinisch, psychologisch und sozial – entscheidend ist, um hormonelle Veränderungen in Ausgeglichenheit zu bewältigen. Wer Interesse hat, eine eigene Selbsthilfegruppe zu gründen, kann sich an die zuständige Dienststelle für Selbsthilfegruppen wenden, die bei Aufbau und Organisation unterstützt – telefonisch unter 0471 1888110 oder per E-Mail an selbshilfe@dsg.bz.it.
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