10.07.2026
Die Macht der Worte: Arbeit, Barrierefreiheit und inklusive Sprache im Fokus
Dachverband für Soziales und GesundheitMit 73 Teilnehmenden ist das Webinar „Arbeit, Barrierefreiheit und inklusive Sprache“ vom 9. Juli auf sehr großes Interesse gestoßen – sowohl bei deutsch- als auch italienischsprachigen Südtirolerinnen und Südtirolern. Die hohe Beteiligung zeigt deutlich, wie relevant die Themen Diskriminierung, Barrierefreiheit und respektvolle Kommunikation sind.
Basierend auf zwei im Webinar vorgestellte Studien wurden Themen wie Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz, Intersektionalität sowie die Bedeutung inklusiver Sprache diskutiert.
Die Referentinnen - Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer, die Forscherin Carla Reale von Eurac research und Adele Zambaldi vom Verein Centaurus Arcigay - eröffneten neue Perspektiven auf das soziale Konstrukt von Behinderung und regten dazu an, den eigenen Sprachgebrauch kritisch zu hinterfragen – nicht nur im beruflichen Kontext, sondern im täglichen Leben.
Dabei wurde deutlich, dass es in Fragen des Sprachgebrauchs selten ein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“ gibt. Entscheidend sind vielmehr die innere Haltung, der gegenseitige Respekt und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Worte allein schaffen noch keine Inklusion – sie können jedoch Türen öffnen und Dialog ermöglichen – oder eben genau das Gegenteil bewirken.
Ebenso wichtig ist es, Diskriminierung, Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz aus der Tabuzone zu holen. Nur wenn darüber gesprochen wird, können Betroffene – insbesondere Frauen oder vulnerable Personengruppen – ermutigt werden, unangemessenes Verhalten zu benennen und Unterstützung einzufordern.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Weg zu einer offenen Gesellschaft ohne Diskriminierung noch lang ist. Er beginnt bei unserer Sprache, endet dort aber nicht. Und vielleicht lohnt es sich, mit einer Frage weiterzudenken: Wenn wir von inklusiver Sprache sprechen – steckt nicht bereits in diesem Begriff eine Form von Macht darüber, wer einbezogen wird und wer nicht? Gerade deshalb braucht es auch künftig Räume für Austausch, Reflexion und konstruktive Auseinandersetzung.
Für Anregungen, Ideen oder den weiteren Austausch zu diesen Themen steht die Dienststelle für Soziales des Dachverbands gerne zur Verfügung. Eine Übersicht weiterer Anlauf- und Beratungsstellen in Südtirol, die sich mit den Themen Gleichstellung, Diskriminierung, Gewaltprävention und Inklusion beschäftigen, finden sich in der beigefügten Kontaktliste als Download, ebenso die Referate.
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