12.01.2026
AEB: Kein Personal, keine Plätze, keine Ausreden
Dachverband MitgliedsorganisationenDie sozialen Strukturen in Südtirol stehen vor massiven Herausforderungen bei der Personalgewinnung. In vielen Einrichtungen können bereits seit längerer Zeit keine neuen Menschen mit Behinderung aufgenommen werden. Vorgesehene Notbetten und Kurzzeitpflege existieren in der Praxis nicht. Ganze Abteilungen stehen kurz vor der Schließung. Wertvolle Projekte wie der Götschelehof schaffen es nicht, die vorgesehenen Wohnbereiche zu öffnen. Der Grund ist eindeutig: Es fehlt Personal.
Die Bezirksgemeinschaften und die Wohnstrukturen in den einzelnen Sprengeln müssen dringend die Möglichkeit erhalten, Direktberufungen vorzunehmen, so wie es im Schulbereich bereits möglich ist, wo Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen für Integration direkt berufen werden können. In diesem Zusammenhang hatte der AEB Ende 2025 bereits ein Treffen mit Landesrätin Pamer und Ressortdirektorin Morandini sowie mit Carmen Messner, Strukturleiterin der Seeburg in Brixen, und Patrick Psenner, Direktor der BZG Pustertal.
Bereits jetzt leiden viele Familien massiv unter dem Personalmangel. Der Druck auf Familien mit einem Mitglied mit Behinderung nimmt ständig zu.
Im Bedarfsplan für 2026-2028 wurde mit Beschluss der Landesregierung Nr.678 vom 05.09.2025 festgesetzt, dass im Jahr 2026 464 Sozialbetreuer/innen und 271 Pflegehelfer/innen neu ausgebildet werden müssen. Außerdem wurden mit diesem Beschluss 861 vom 15. Oktober 2024 die berufsbegleitenden Ausbildungen und Kurse durch private Körperschaften geregelt. Nur wenn dies passiert, können die Dienste aufrechterhalten werden.
Der AEB begrüßt ausdrücklich, dass die Stiftung St. Elisabeth ein Ausbildungsangebot geschaffen hat, um Quereinsteiger/innen für die Arbeit im Sozialbereich berufsbegleitend zu qualifizieren. Es ist nicht akzeptabel, dass solche Initiativen in schlechtes Licht gerückt werden.
„Natürlich wollen wir Qualität in der Begleitung und Pflege unserer Kinder. Und besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, betont Angelika Stampfl, Präsidentin des AEB. „Wir müssen dringend alle verfügbaren und verantwortungsvollen Möglichkeiten und Ressourcen nutzen, um Versorgung, Begleitung und Würde von Menschen mit Behinderung sicherzustellen.“
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