11.06.2025
Nach dem Informationsabend über narzisstischen Missbrauch: Interessierte zur Gründung von Selbsthilfegruppe gesucht
SelbsthilfeAls Experte war Dr. Stefan Eikemann eingeladen, Psychologe und Psychotherapeut, sowie Leiter der Beratungsstelle Fabe. In seinem Vortrag betonte er, dass dieses Phänomen immer weiter verbreitet sei – insbesondere aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, in denen die Rollen zwischen Mann und Frau und allgemein die sozialen Rollen zunehmend weniger klar definiert sind.
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine Form der Persönlichkeitsstörung, die nicht immer gleich schwer ausgeprägt ist und sich nicht in allen Beziehungen zeigt. Das typische Bild eines Narzissten ist das einer Person mit ausgeprägter rhetorischer Fähigkeit, die ihr Gegenüber ständig im Unrecht erscheinen lässt und Schwierigkeiten hat, sich in andere hineinzuversetzen. Seine größte Angst ist, als unfähig oder unzulänglich wahrgenommen zu werden.
Dr. Eikemann beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Der Abend endete mit den bewegenden Erfahrungsberichten zweier Frauen, Vera und Patrizia, die im vergangenen Jahr zwei Selbsthilfegruppen für Opfer narzisstischen Missbrauchs in deutscher Sprache gegründet hatten. Vera betonte, wie wichtig eine Gruppe sein kann, um Menschen in schwierigen Phasen Kraft zu geben. Patrizia schilderte ihren langen Weg aus einer toxischen Beziehung und wie schwer es für Freunde und Familie war, ihre Erlebnisse zu glauben. Daraus ergibt sich die Bedeutung des Austauschs mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Abschließend wurde ein sensibles Thema angesprochen: Kinder, die leider oft vom Narzissten als Mittel zur Manipulation des Partners eingesetzt werden.
Nach der Veranstaltung haben sich bereits einige Personen gemeldet, um neue Gruppen zu gründen. Interessierte können eine E-Mail an autoaiuto@fss.bz.it schreiben oder sich telefonisch unter 0471 1888110 melden.
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